Juneau

Zweifel

 

Er würde nicht kommen.

 

Natürlich wird er kommen. Er hat mich doch nicht vergessen, oder?!

 

Doch, flüsterte die Stimme in ihrem Kopf, so wie letztes Mal.

 

Er war damals wirklich nicht gekommen und trotzdem war sie hier, wohl wissend, dass er sie vergessen hatte, so wie letztes Mal, aber er hatte es ihr versprochen. Ich werde kommen, hat er gesagt.

 

Mag sein, aber er hatte noch nie zu seinem Wort gestanden, flüsterte die Stimme erneut.

 

Wahrscheinlich ist er einfach nur beschäftigt, dachte sie, so wie damals. Er arbeitet hart in letzter Zeit. Ich kann das nicht so einfach stehen lassen, hat er gesagt.

 

Trotzdem würde sie warten auch wenn es Stunden dauern würde bis er mit seiner Arbeit fertig wird.

 

Und was ist wenn er schon längst zu Hause ist?, flüsterte die Stimme, was ist wenn er dich vergessen hat, weil er anderweitig beschäftigt ist?

 

Ein kalter Luftzug strich an ihr vorbei, fast so als ob er sie einhüllen wollte, als ob er ihr alle Zuversicht nehmen wollte. Sie fröstelte. Wie ein Mantel legte sich die Kälte um sie, umgab sie und ließ sie immer mehr zweifeln.

 

Wird er wirklich kommen? , dachte sie.

 

Geh nach Hause, die Stimme wurde immer eindringlicher, geh, es wird kalt.

 

Fast wollte sie schon umdrehen, doch da war etwas, etwas was sie davon abhielt zu gehen.

 

Nachdenklich stand sie da, allein in der Kälte, im Halbdunkeln, so dass man sie fast nicht sah. Es war als ob die Dunkelheit sie verschlang, sich wie eine Schlange langsam um sie wickelte. Eine Träne bahnte sich ihren Weg langsam durch das hübsche Gesicht.

 

Erschrocken trat sie einen Schritt zurück, zurück in das Licht. Benommen hatte sie sich auf die Dunkelheit bewegt. Schnell wischte sie sich die Träne aus dem Gesicht.

 

Er wird kommen, dass weiß ich, dachte sie und ein leichtes Lächeln verlor sich in ihrem Gesicht.

 

Nein, flüsterte die Stimme, geh nach Hause.

 

Stille um gab sie, nur noch die Stimme war da, die immer zorniger wurde.

 

Plötzlich klingelte ihr Handy. Das war er.

 

Die Stimme in ihr schwelte ab bis sie nach gab und ganz verschwand.

 

Er hatte sie nicht vergessen. Er hatte es ihr versprochen, er würde kommen und er kam.

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